Landkarte oder Wanderkarte digitalisieren: So wird jedes Kartenblatt zur digitalen Live-Karte

⏱ Etwa 10 Minuten · Gilt für NomadTracks auf iPhone, iPad & Mac

Wanderfolder vom Tourismusverband, AV-Kartenblätter, gescannte Topokarten, alte Landkarten und historische Blätter — die besten Karten schaffen es oft nie in eine Karten-App. NomadTracks ändert das: Karte importieren oder abfotografieren, mit ein paar Kontrollpunkten in der Welt verankern, und ab dann verhält sie sich wie jede andere Karte — mit deiner Live-Position darauf.

Zwei Wege führen ans Ziel: Bereits georeferenzierte PDFs und TIFFs (mit eingebetteten Koordinaten) importieren sich mit einem Tipp. Alles andere — auch das Foto einer Papierkarte — georeferenzierst du selbst, in etwa zwei Minuten.

Georeferenzierung im Zusammenhang — eine 35-Sekunden-Tour durch NomadTracks.

NomadTracks gratis im App Store laden

Karte importieren oder abfotografieren

Öffne den Tab Karten und tippe auf +. Wähle ein PDF oder TIFF aus „Dateien“ — oder nimm die Kamera-Option und fotografiere deine Papierkarte ab: flach aufgelegt, gleichmäßig beleuchtet, möglichst senkrecht von oben. Georeferenzierte PDFs und TIFFs werden automatisch erkannt und sind sofort einsatzbereit.

Den Kontrollpunkt-Editor öffnen

Bei einem gewöhnlichen Bild oder PDF öffnet NomadTracks den Kontrollpunkt-Editor: oben deine Karte, unten die Live-Weltkarte.

Den ersten Kontrollpunkt setzen

Tippe auf einen Punkt deiner Karte, den du exakt wiedererkennst — eine Wegkreuzung, einen Gipfel, eine Brücke. Dann tippe denselben Punkt auf der Livekarte an. Dieses Paar ist Kontrollpunkt 1.

Drei, vier Punkte — gut verteilt

Wiederhole das für mindestens 3–4 Punkte, verteilt über das ganze Blatt — die Ecken eignen sich gut. Je weiter die Streuung, desto besser die Ausrichtung. Jeder nummerierte Marker lässt sich nachträglich verschieben, ohne seine Koordinate zu verlieren.

Genauigkeit ablesen

NomadTracks zeigt die Qualität der Ausrichtung als RMS-Wert an — „2 m RMS“ heißt: dein Overlay liegt im Schnitt auf zwei Meter genau. Wirkt der Wert zu hoch, verschieb den schlechtesten Punkt oder setz einen weiteren.

Auf der Tour verwenden

Karte speichern und als Overlay aktivieren. Deine Live-Position, Tracks und Wegpunkte erscheinen jetzt auf deiner eigenen Karte — und weil sie am Gerät liegt, funktioniert alles ohne jeden Empfang. Regionale Kartenblätter fürs südliche Afrika gibt es zum Beispiel von InfoMap.

Tipp: Kontrollpunkte in verschiedene Ecken des Blatts legen, nie auf eine Linie — drei Punkte auf einer Geraden können Drehung und Maßstab nicht zuverlässig festlegen.

Die Vorlage: scannen oder abfotografieren

Die halbe Genauigkeit entsteht, bevor du die App überhaupt öffnest. Eine Karte, die schief, wellig oder im Schatten fotografiert wurde, lässt sich zwar georeferenzieren, sitzt aber nie so sauber wie ein plan aufgenommenes Blatt. Drei Dinge helfen am meisten: Das Blatt flach auflegen — notfalls mit Büchern beschweren, damit Falze verschwinden. Gleichmäßiges Licht ohne harte Schlagschatten, am besten Tageslicht von der Seite oder ein bewölkter Tag am Fenster. Und die Kamera möglichst senkrecht über die Blattmitte halten, statt aus dem Winkel zu fotografieren.

Bei großen Kartenblättern, die nicht auf einmal aufs Foto passen, hast du zwei Möglichkeiten: entweder in mehreren Teilen digitalisieren und jedes Stück einzeln georeferenzieren — die Blätter lassen sich in NomadTracks nebeneinander als Ebenen nutzen — oder nur den Ausschnitt aufnehmen, den du wirklich brauchst. Für eine Tagestour ist der zweite Weg fast immer der schnellere. Ein Flachbettscanner ist bequem, aber kein Muss; 200 bis 300 dpi reichen für eine Wanderkarte völlig, mehr kostet nur Speicherplatz.

Welche Karten sich digitalisieren lassen

Praktisch jedes Kartenblatt, das du in der Hand oder als Datei hast. Typische Fälle aus dem Alltag: der Wanderfolder vom Tourismusverband, den es nur auf Papier gibt; Alpenvereinskarten und andere gedruckte Blätter; Nationalpark-Karten, die am Eingang ausgegeben werden; gescannte Topokarten amtlicher Kartenwerke; sowie historische Landkarten und vergriffene Ausgaben, die in keiner App mehr existieren.

Ein wichtiger Unterschied betrifft den Aufwand, nicht das Ergebnis: Karten mit eingebetteten Koordinaten — GeoPDF und GeoTIFF — richten sich beim Import automatisch aus, ganz ohne Kontrollpunkte. Alles andere setzt du selbst mit drei bis fünf Punkten in die Welt. Danach verhalten sich beide identisch: eine Ebene mit deiner Live-Position darauf, offline nutzbar, beliebig oft.

Häufige Fragen zum Digitalisieren von Landkarten

Brauche ich einen Scanner, oder reicht ein Foto?

Ein Foto reicht. Leg das Blatt flach hin, sorg für gleichmäßiges Licht ohne Schlagschatten und fotografiere möglichst gerade von oben — je weniger die Karte perspektivisch verzogen ist, desto sauberer sitzt sie später. Ein Scan ist bei großen Blättern trotzdem angenehmer, weil er garantiert planparallel ist.

Welche Dateiformate kann ich verwenden?

PDF, TIFF und normale Bilddateien. Georeferenzierte GeoPDFs und GeoTIFFs — etwa von amtlichen Kartenwerken oder Nationalparks — bringen ihre Koordinaten schon mit und richten sich mit einem Tipp selbst aus. Alles andere, auch das Foto einer Papierkarte, georeferenzierst du in der App selbst.

Wie genau wird die digitalisierte Karte?

NomadTracks zeigt die Passgenauigkeit direkt als RMS-Wert in Metern an. Mit vier gut verteilten Kontrollpunkten auf einer sauber fotografierten Wanderkarte liegst du typischerweise im niedrigen Meterbereich. Der Wert sinkt, wenn du Punkte an die Ecken statt in die Mitte legst und einen schlecht sitzenden Punkt nachziehst.

Wie viele Kontrollpunkte brauche ich?

Drei sind das Minimum, vier bis fünf sind besser. Wichtig ist die Verteilung: über das ganze Blatt hinweg und nie auf einer Linie — drei Punkte auf einer Geraden können Drehung und Maßstab nicht festlegen. Gut erkennbare Fixpunkte sind Wegkreuzungen, Gipfelkreuze, Brücken oder Gebäudeecken.

Funktioniert die digitalisierte Karte offline?

Ja. Die Karte liegt nach dem Import auf dem Gerät, nicht auf einem Server. Sie funktioniert vollständig ohne Empfang — mit deiner Live-GPS-Position, deinen Touren und Wegpunkten darauf. Genau dafür ist die Funktion gedacht.

Kann ich auch alte oder historische Landkarten digitalisieren?

Ja, und das ist einer der schönsten Anwendungsfälle. Historische Blätter, vergriffene Wanderkarten oder alte Messtischblätter lassen sich genauso georeferenzieren. Bei stark verzogenem oder gealtertem Papier hilft es, mehr Kontrollpunkte zu setzen und den RMS-Wert im Blick zu behalten.

Was kostet das Digitalisieren?

Nichts. Eigene Karten zu importieren und zu georeferenzieren gehört zum Gratis-Kern von NomadTracks — unbegrenzt viele Karten, ohne Konto und ohne Abo.

Verwandte Themen

NomadTracks gratis im App Store laden